Pressemitteilung Umzug mit vielen Vorteilen

Pressemitteilung Umzug mit vielen Vorteilen

Firma Barku verlagert Standort ins Gewerbegebiet Immenzaun

BARNSTORF Mächtige Betonstützen ragen in die Höhe, ein Großteil der Binder befindet sich bereits in Position, das Gerüst für die Außenfassade und das Dach ist nahezu fertiggestellt: So langsam lässt sich das wahre Ausmaß des neuen Hallenkomplexes erkennen, der auf dem Gelände der Barnstorfer Kunststofftechnik (Barku) entsteht. Das Unternehmen expandiert hier in ganz großem Stil. Die komplette Produktion soll schon bald am Standort im Gewerbegebiet Immenzaun angesiedelt werden.

“Wir brauchen mehr Platz und größere Hallen”, sagt Firmengründer Egon Schumacher, der den Betrieb einst aus der Taufe gehoben hat. Mit drei Maschinen ist der heimische Unternehmer Ende der 1970er Jahre in die Produktion von Kunststoffteilen eingestiegen. Seither hat sich das Geschäft kontinuierlich entwickelt. Doch nun sind die Kapazitäten am Hauptsitz an der Lubingstraße erschöpft. Darum wird die gesamte Produktion, wie bereits berichtet, in den Süden Barnstorfs verlagert.

Den ersten Schritt hat das mittelständische Unternehmen schon vor drei Jahren vollzogen. In nur zehn Monaten Bauzeit wurden auf der grünen Wiese im Gewerbegebiet Immenzaun eine 5000 Quadratmeter große Halle für die Herstellung von Rohren und Profilen, die bis dato an der Lubingstraße angesiedelt war, sowie eine Recyclinganlage aus dem Boden gestampft. Rund fünf Millionen Euro hat Barku dafür in die Hand genommen. “Technisch auf dem neuesten Stand, eine der modernsten Extrusionsanlagen”, sagt Geschäftsführer Wolfgang Czerny.

Nun folgt der zweite, weitaus größere Schritt. Fünf Produktions- und Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 10000 Quadratmetern sollen den nötigen Platz bieten, um auch den Spritzguss-Bereich an den neuen Standort verlagern zu können. Darüber hinaus ist ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude mit einer Bürofläche von rund 800 Quadratmetern vorgesehen. Veranschlagtes Investitionsvolumen für die Baumaßnahmen inklusive neuer Maschinen und Geräte: Zehn Millionen Euro.

Die Bauarbeiten auf dem rund sechseinhalb Hektar großen Gelände kommen gut voran, wie Architekt Alfred Bode feststellt. “Wir sind voll im Zeitplan”, sagt der Fachmann aus Diepholz, der ständig im Austausch mit den beteiligten Betrieben aus der Region steht und darauf hofft, dass die Witterung weiterhin mitspielt. Die ersten beiden Hallen sollen schon Mitte dieses Jahres bezugsfertig sein, die Fertigstellung der übrigen Hallen ist für den Herbst vorgesehen. Der Einzug in das Bürogebäude ist für Mitte 2020 geplant.

Für Barku soll sich der Umzug in mehrfacher Hinsicht auszahlen. Die Produktion verfügt in den neuen Hallen über mehr Platz, sodass Abläufe optimiert werden können. Die Spritzerei wird mit Brückenkränen ausgestattet, damit sich die Kunststoffformen schnell wechseln lassen. Und auch die Lieferwege für das Rohmaterial verkürzen sich: Die Transporte aus dem Außenlager in Mäkel führen nicht mehr durch den Ort, sondern gleich auf das Gelände vor den Toren Barnstorfs.

Die Geschäftsleitung macht keinen Hehl daraus, dass es noch einen weiteren, ganz entscheidenden Beweggrund für die von langer Hand geplante Betriebsverlagerung gibt. An der Lubingstraße soll die Maschinenfabrik Lubing künftig alle Möglichkeiten zur Expansion haben. Das benachbarte Unternehmen wird die gesamten Immobilien übernehmen, erklärt Schumacher, der als personifiziertes Bindeglied zwischen beiden Firmen gilt. Als Geschäftsführer hat er Lubing zu einem weltweit bekannten Hersteller von Tränke-, Förder- und Klima-Systemen für Stallanlagen gemacht.

Für Barku ist Lubing einer der wichtigsten Großkunden. Die Firma wird mit hochwertigen Kunststoffteilen für die jeweiligen Systeme beliefert. Sie finden Einsatz in der Geflügel- und Schweinehaltung, und zwar über das europäische Ausland hinaus. Neben den USA, Russland, China und den Golfstaaten rücken zunehmend afrikanische Länder in den Fokus. Dort wird in den nächsten Jahren mit einem weiteren Ausbau der Tierhaltung gerechnet.

Mit einem Jahresumsatz in Höhe von rund 35 Millionen Euro befindet sich das heimische Unternehmen auf einem guten Weg. Die Firmenleitung sieht weitere Potenziale, um das Exportgeschäft und damit den Umsatz weiter ausbauen zu können. “Die Aussichten für dieses Jahr sind sehr gut”, berichtet Geschäftsführer Czerny und verweist auf zwei frische Großaufträge für die ersten beiden Quartale.

Sorgen bereitet jedoch die Situation auf dem Arbeitsmarkt. “Der Fachkräftemangel macht uns zu schaffen”, sagt Prokurist Marco Holste. Aktuell sei es fast unmöglich, gut ausgebildete Verfahrensmechniker besonders mit Schwerpunkt Extrusionstechnik zu finden. Darum verstärke der Betrieb seine Ausbildung. Zurzeit  beschäftigen Barku und ihrer Tochterfirma Protec insgesamt 125 Mitarbeiter. In naher Zukunft, wenn das Unternehmen am neuen Standort sesshaft geworden ist, könnten es schon 140 Mitarbeiter sein.

Quelle: “Diepholzer Kreisblatt”

Setzen ihre Pläne um: Architekt Alfred Bode, Firmengründer Egon Schumacher, Geschäftsführer Wolfgang Czerny und Prokurist Marco Holste (v.l.).